Veruschka Bohn

 

 

Porträt Veruschka Bohn aka V3 , Goldrausch 2021

Fünf Fragen an …

Veruschka Bohn aka V3 hat an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main studiert, wo sie 2015 mit der Video-Performance How to Graduate from Art School ihr Diplom absolvierte. Seit 2018 entwickelt sie in Zusammenarbeit mit dem Berliner Medienkunst-Kollektiv Humatic kinetische Installationen, Videokunst und Performances. Ihre Werke wurden in Institutionen wie dem National Taiwan Museum of Fine Arts in Taichung, im Kaohsiung Museum of Fine Arts und im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden präsentiert und mit internationalen Preisen ausgezeichnet.

Du nennst dich als Künstlerin V3. Wofür steht das Kürzel?

Die Bedeutung verändert sich. Ursprünglich war das eine interfamiliäre Signatur: Ich bin die Drittgeborene, deren Vornamen mit V beginnt. 2018 habe ich dann mit dem Medienkollektiv Humatic angefangen, Performance-Triptychen zu bauen. Da kam das Werk VIII zustande. Ich mag es, die Dinge auf das Nötigste zu reduzieren: V3 – das sind meine Initialen minus einen Strich, das fühlt sich richtig an.

Wie bist du zur Performance gekommen?

Ich habe Film an der HFG Offenbach studiert und irgendwann eine Bildschirmüberdosis bekommen. Schon bei meinen ersten Performances während des Studiums habe ich gemerkt, dass durch den Einsatz des Körpers als Gegenspieler zu den technischen Medien ein Risiko entsteht, das mich total herausgefordert hat, das ich aber auch nicht mehr missen möchte.

Was macht deine Arbeit als Performerin aus?

Das Risiko, unbewaffnet vor den Menschen zu sein und für das zu stehen, was man macht. Für mich ist der Körper ein zentrales Thema, weil er Realität gestaltet. Er bestimmt, wie wir die Welt wahrnehmen und wie wir wahrgenommen werden. Ich habe das Gefühl, dass man der Angst, der Verwirrung und dem Trauma dieser chaotischen Welt am machtvollsten entgegentreten kann, wenn man auf seinen eigenen Körper hören und andere Körper lesen kann. Meine Arbeit ist ein Versprechen, die Augen aufzumachen und die Sensibilität zu schärfen.

Du malst auch und du fotografierst – wie fügt sich das alles zusammen?

Meine Ideen haben wenig Respekt vor Genres, Schubladen oder Sparten. Das bringt mir eine Freiheit, die aber nicht nur einfach ist.

Warum machst du bei Goldrausch mit?

Künstlerin zu sein bedeutet, sich auf das Abenteuer einzulassen, gleichzeitig die Rolle des Geschäftsführers, des Forschers, des Handwerkers, Texters, Webdesigners, Buchhalters und der Marketingagentur zu spielen. Durch die Vernetzung mit anderen Künstlerinnen potenzieren sich sowohl das Wissen als auch die Leichtigkeit, die es braucht, um mit diesen Aufgaben zu jonglieren.

Interview: Beate Scheder
Foto: Christian Graupner