Mila Panic

 

 

Porträt Mila Panic, Goldrausch 2019

Fünf Fragen an …

Mila Panic (geb. in Bosnien und Herzegowina) lebt und arbeitet in Berlin. 2017 schloss sie ihren Master an der Bauhaus-Universität Weimar im Studiengang Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien ab. In ihren Arbeiten finden ihr biografischer Hintergrund sowie ihre persönlichen Erfahrungen Ausdruck – verflochten mit Themen wie ‚Migration‘, ‚Identität‘ und ‚Zugehörigkeit‘. Mila Panic transformiert in ihrer künstlerischen Praxis subjektive in universal nachempfindbare Narrative.
Ihre Arbeiten werden international ausgestellt, u.a. im Kunsthaus Dresden, auf der Moscow International Biennale for Young Art, im Künstlerhaus Wien und im Museum of Contemporary Art in Skopje (Mazedonien). Sie hat an verschiedenen Residenzprogrammen, Festivals, Lectures und Talks teilgenommen. Im vergangenen Jahr hat sie die Plattform Fully Funded Residencies gegründet, um einen schnelleren und einfacheren Überblick über Residenzprogramme, Mobilitätsfonds und Stipendien sowie Raum für Erfahrungsaustausch und kritische Reflexion zu bieten.

Woran arbeitest du gerade?

Ich arbeite an einem neuen Projekt, das sich mit Migration und den Narrativen, die diese umgeben, beschäftigt. Es ist eine Videoarbeit begleitet von Objekten, die verzehrt werden können.

Was interessiert dich an ‚Migration‘?

Es ist nicht nur ‚Migration‘ als solche, sondern ihr Bezug zu den Themen ‚Identität‘ oder ‚Heimat‘. Ich gehe dabei von persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen aus. Die Themen ‚Migration‘ und ‚Identität‘ wurden in meiner Kunst sichtbarer, nachdem ich nach Deutschland gezogen bin, aber schon in Bosnien habe ich mich damit beschäftigt. ‚Migration‘ hat die Geschichte Bosniens stark geprägt.

Wie stark ist deine Kunst von deiner Biografie beeinflusst?

Mir erschien es immer natürlich, in meiner Kunst bei mir, meiner Familie, den alltäglichen Anomalitäten der Gesellschaft zu beginnen, in der ich lebe. Ich ziehe alles aus persönlichen Erfahrungen. Ich gehe von einem subjektiven Narrativ aus, das ich jedoch in etwas anderes verwandle, mit dem sich auch andere verbinden können.

Welchen Unterschied macht es, ob du deine Kunst im ehemaligen Jugoslawien oder in Deutschland zeigst?

Meine Ideen werden von den Gesellschaften beeinflusst, in denen in ich lebe. Wenn ich meine Kunst präsentiere, ist es, als würde ich sie dort wieder hineinsetzen. Natürlich unterscheiden sich die Reaktionen, die meine Arbeiten hervorrufen, aber sie regen immer zum Denken an. Ich selbst verorte sie zwischen dem Kontext des ehemaligen Jugoslawiens, wo ich herkomme, und dem Ort, an dem ich mich aktuell befinde – Berlin. Beide sind stark mit Narrativen rund um Migration verbunden.

Warum machst du bei Goldrausch mit?

Als ich vor zwei Jahren nach Berlin kam, hatte ich eine Art Kulturschock. Ich wusste nicht mehr, was gut ist oder wie ich mich als Künstlerin positionieren sollte. Goldrausch ist eine gute Möglichkeit, um mich neu zu strukturieren und mir einen Überblick über die Kunstszene in Deutschland zu verschaffen.

Interview: Beate Scheder
Foto: Mila Panic