• Jahrgang
    2026
  • Ausstellung
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Rosh Zeeba

Fünf Fragen an …

Rosh Zeeba (they/them, * in Teheran) hat angewandte Theaterwissenschaften in Gießen und zeitbezogene Medien und Film an der HFBK Hamburg studiert. Angesiedelt zwischen Film und Video, Multimedia-Objekten, Performance und künstlerischer Forschung zeichnet sich ihre* künstlerische Praxis durch die Entwicklung vielschichtiger Erzählungen aus, die queere Perspektiven auf iranische Mythologie, Erinnerungsräume und Körperbilder eröffnen. Zeeba untersucht, wie visuelle Erzählungen unsere Wahrnehmung von Identität, Repräsentation und Zugehörigkeit prägen und hinterfragt hegemoniale Bedeutungszuschreibungen und Diskurse zu kollektivem Gedächtnis und Politiken der Bildproduktion durch Irritation und poetische Unterbrechungen.

Woran arbeitest du gerade?

An einem Video-Essay: einer nichtlinearen, verdichteten Meditation über das Zurückkehren. Die Arbeit dokumentiert einen Moment, in dem die persönliche Erzählung mit der Vorahnung einer geopolitischen und persönlichen Trennung kollidiert. Ein einfacher Akt des Filmens verwandelt sich in eine zufällige Elegie über das Gefühl von Zugehörigkeit.

Was verstehst du unter einem Videoessay?

Ich mache Bewegtbild mit einem filmischen Anspruch. Dabei kann es in eine dokumentarische oder in eine poetische Richtung gehen. Meine filmischen Arbeiten können in verschieden Kontexten gezeigt werden – auf Filmfestivals, in Galerien oder anderen Ausstellungsräumen.

Was hast du im Iran gefilmt?

Ich habe ein Archiv mit vielen Aufnahmen von dort. Sie zeigen vermeintlich nebensächliche Momente, keine „aufklärende Bilder“ für Außenstehende, sondern Bilder aus meiner eigenen Perspektive.

Was möchtest du mit der Arbeit erzählen?

Ich möchte nie nur eine Sache erzählen. Vieles überlagert sich. Im Schnitt orientiere ich mich daran, wie geatmet oder der Atem angehalten wird. Inhaltlich beschäftige ich mich mit Verlust und Zugehörigkeiten, mit mythologischen Figuren aus dem kultur- oder kunstästhetischen Zusammenhang, mit dem ich aufgewachsen bin, sowie mit der Frage, wie es ist, in einem anderen kulturellen Kontext auszustellen. Ich spiele mit meinen verschiedenen Personas, mit Zuschreibungen von außen und den Figuren, die ich sein will.

Warum machst du bei Goldrausch mit?

Vor ein paar Jahren habe ich mich umgehört, was ich tun kann, um mein Netzwerk auszubauen. Dabei wurde ich mehrfach auf Goldrausch hingewiesen. Ich freue mich vor allem, dass ich die anderen Künstler*innen aus meinem Jahrgang und darüber hinaus kennengelernt habe.

Interview: Beate Scheder