• Jahrgang
    2026
  • Ausstellung
  • Publikation
Esther Rosenboom

Fünf Fragen an …

Esther Rosenboom (* 1994 in Ratzeburg) zeichnet mit Bleistift auf großformatigem Papier pseudokonstruierte immaterielle Objekte, die durch präzise Hängung als Fläche im Raum existent werden. Sie studierte bildende Kunst an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und an der Universität der Künste Berlin, wo sie 2024 als Meisterschülerin von Prof. Karsten Konrad abschloss. Ihre Arbeit wurde unter anderem mit dem Bernhard-Heiliger-Stipendium (2025) und dem Dorothea-Konwiarz-Stipendium (2023/24) ausgezeichnet. Zu ihren jüngsten Ausstellungsorten zählen das Schloss Biesdorf in Berlin (2026), das Kunsthaus Dahlem in Berlin (2025), die Galerie Siedlarek in Frankfurt (2024) und die Evelyn Drewes Galerie in Hamburg (2023).

Du hast Bildhauerei studiert, zeichnest aber inzwischen. Wie kam es dazu?

Zu Beginn meines Studiums an der Burg Giebichenstein in Halle habe ich viele kleinere Skulpturen angefertigt, die sich um mich herum angesammelt haben. Ich habe das als Belastung empfunden und einige sogar weggeworfen. Schon die Skulpturen entstanden intuitiv. Dieser Intuition wollte ich mit den Zeichnungen auf den Grund gehen. Die ersten entstanden in Erinnerung an die Objekte. Irgendwann hat sich das verselbstständigt, sodass ich sie nur noch im Kopf entworfen habe. Im Gegensatz zur Skulptur können Dinge in der Zeichnung unkonkret bleiben, das gefällt mir.

Was für Objekte zeichnest du?

Ich zeichne Objekte, die nur in der Zeichnung existieren können. Es ist immer ein Objekt in der Mitte des Papiers, das sich dreidimensional nicht vollständig erschließt. Interessant finde ich den Gedanken, dass alle Objekte, mit denen wir uns umgeben, menschlicher Vorstellungskraft entspringen. Wenn man an eine Lampe denkt, kann man gleichzeitig an ihre kreisrunde Öffnung und ihre drei Schirmchen denken. In der Dreidimensionalität kann man das nicht gleichzeitig sehen. Eine Zeichnung aber kann beides darstellen.

Wie entstehen die Objekte?

Ich habe meine Prinzipien, nach denen ich zeichne. Sie sind nicht immer logisch, das ist aber gerade spannend: dass die Zeichnung etwas vermitteln kann, was im Realen nicht möglich ist. Für mich sind etwa die vordere und die hintere Fläche immer gleich groß, so entsteht ein Kippmoment.

Wie zeigst du deine Zeichnungen?

Ich arbeite auf sehr großformatigem Papier, das ich am liebsten im Raum präsentiere: frei von der Decke hängend oder zwischen Decke und Boden aufgespannt. Für jeden Raum entwickle ich neue Präsentationsformen.

Warum machst du bei Goldrausch mit?

Ich habe früh im Studium von Goldrausch gehört und wollte schon damals mitmachen. Goldrausch vermittelt viele pragmatische Dinge, die im Studium nicht vorkommen, die für die Selbstständigkeit aber sehr wertvoll sind.

Interview: Beate Scheder