Dania Burger, Künstlerin für Zeichnung und Installation

Die deutsch-norwegische Künstlerin Dania Burger hat an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und an der Kunsthochschule in Bergen, Norwegen bei Stefan Dillemuth studiert. Ihre Kunst zeigte sie bereits in internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen, u.a. im Haugar Vestfold Kunstmuseum, Tønsberg (E, 2008), bei Galleri RAM, Oslo (E, 2012), Galleri Galleberg, Tønsberg (E, 2014), im Frise Künstlerhaus, Hamburg (2014) und Verdens Ende Kunstfo- rening, Tjøme (2015). Zurzeit lebt und arbeitet sie wieder in Berlin.

Womit beschäftigst Du Dich in Deiner künstlerischen Arbeit?

Ich beschäftige mich zurzeit mit der Demontage von Zeichen, Ornamenten, Mustern und Symbolen und deren Neuinszenierung. In meiner Arbeit Odal Deconstructed zur Ausstellung Vikingmytologier I im Haugar Vestfold Kunstmuseum ging z.B. um die Rune Odal. In Vestfold wurden die großen Wikingerschiffe gefunden. Odal, der Buchstabe O, bedeutet Besitz oder Heimat und ist Teil des Alphabets der Wikinger. Dieses Symbol wurde und wird von den Nazis in mehreren Zusammenhängen missbraucht. In meiner Arbeit hab ich das Symbol dekonstruiert, die geometrische Form abstrahiert und in verschiedenen Medien interpretiert. Ich enteigne die Formen ihrer Botschaft und schaffe eine neue, die meiner Vorstellung von Welt mehr entspricht.

Was möchtest Du persönlich mit dem Goldrausch-Künstlerinnenprojekt erreichen?

Nach 18 Jahren in Norwegen lebe ich zurzeit wieder in Deutschland und muss mich damit auseinandersetzen, wie ich mich als Künstlerin in einem neuen Kontext definiere, positioniere und organisiere.

Was macht heute eine gute Künstlerin aus?

Dass sie relevante, bedeutsame Kunst macht.

Woran arbeitest Du aktuell?

Im Moment entwerfe ich meine eigene Tracht. Fast jeder in Norwegen hat eine Tracht, die sich auf die Herkunft bezieht. Nach 18 Jahren in Norwegen wollte ich auch eine haben und designe sie mir nun selbst, indem ich meine deutsch-nor- wegische und persische Identität kombiniere. Zurzeit bin ich dabei, umfassende Recherche zu betreiben, wie welche Ornamentik entstanden ist und was sie symbolisiert.

Mit welchem anderen Künstler / welcher anderen Künstlerin würdest Du gerne einmal zusammenarbeiten?

Da ich gerade an meiner Tracht arbeite, fallen mir Modedesigner ein, die künstlerisch arbeiten, z. B. Rick Owens oder Michiel Keuper.

Interview: Beate Scheder  Foto: Dorothea Heinrich