Fünf Fragen an …

Anna Steinert, Jahrgang 1983, Malerin, Objektkünstlerin und Experimentalfilmerin

Anna Steinert stammt aus Krefeld. Sie studierte an HFBK Hamburg bei Werner Büttner und Hanne Loreck. 2013 erwarb sie dort ihr Diplom. Seit 2012 ist sie Mitglied der Künstlerinnengruppe CALL. In Berlin wird sie von der Galerie Sandra Bürgel vertreten. Einzelausstellungen hatte sie u.a. im Kunsthaus Jesteburg (2014), in der Galerie Sandra Bürgel, Berlin (2015) und im Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg (2016). Sie lebt und arbeitet in Hamburg und Berlin.

Womit beschäftigst Du Dich in Deiner künstlerischen Arbeit?

Hauptthema meiner Arbeit sind Gesicht und Maske. Mich interessiert das Paradox, dass die Maske, obwohl sie das Gesicht bedeckt, eher enthüllt, als dass sie etwas verbirgt. Malerisch beschäftige ich mich mit der Frage von Gesichtsauflösung. Außerdem fertige ich Masken und Skulpturen an, um sie als Requisiten in meinen Filmen zu benutzen. Dort funktionieren sie als eine Art Spielzeug oder Hilfsmittel, um sich in ein Ritual hineinzusteigern, das improvisatorisch und je nach Film in einem unterschiedlichen Kontext gemeinsam mit allen am Set Mitwirkenden gefeiert wird.

Was möchtest Du mit Deiner Kunst bewirken?
Ich plädiere für Rätselhaftigkeit und für ein inneres Verständnis von Dingen, für eine Sinnhaftigkeit, die über die Sinne funktioniert. Ich möchte Fantasie anregen. Ich finde, dass unser Zeitalter Fantasielosigkeit fördert, indem so vieles entschlüsselt, glatt gebügelt und fertig serviert wird.

Was inspiriert Dich?
Mich inspirieren Masken und Rituale sämtlicher Kulturen, Surrealismus, Dadaismus, Malerei der Renaissance und des Mittelalters, Literatur, Philosophie, Bibliotheken, Natur, Austausch mit anderen Menschen, Musik, Bewegung und Reisen.

Interview: Beate Scheder Foto: Sebastian Mayer