Fünf Fragen an …

Andrea Acosta, Künstlerin für Zeichnung und Installation

Andrea Acosta stammt aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá. Ihren Bachelor of Fine Arts erwarb sie 2005 an der Universidad de los Andes in Bogotá, ihren Master of Fine Arts 2008 in Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien an der Bauhaus-Universität in Weimar. Seit vier Jahren lebt und arbeitet sie in Berlin. Einzelausstellungen hatte sie u.a. in LA Galería, Bogotá (2013), im Sala Rekalde, Bilbao (2014) und bei Contexts, Paris (2015).

Womit beschäftigst Du Dich in Deiner künstlerischen Arbeit?

Ich erforsche den urbanen Raum und denke ihn in Zeichnungen um. Mich interessieren vergessene Orte, aber auch solche, die bereits vertraut scheinen. Als Ausgangspunkt meiner Arbeiten erkunde ich zunächst einen Ort und stimme mich auf ihn ein. Ich versuche ihn zu verstehen, indem ich kontextuelle und historische Materialien sammle, die ich mit meinen eigenen Eindrücken verbinde. Mein Medium ist die Zeichnung, manchmal arbeite ich aber auch mit Fotografie und gefundenen Objekten.

Was möchtest Du mit Deiner Kunst bewirken?
Ich würde gerne verändern, wie Menschen Orte wahrnehmen. Ich möchte Dinge sichtbar machen, mit denen wir leben, die wir aber oft übersehen. Einen Ort in der Gegenwart neu zu denken, betrachte ich als ein Mittel, eine Stadt der Zu- kunft zu konstruieren.

Woran arbeitest Du aktuell?
Im Moment arbeite ich an einem Vorschlag für einen Kunstwettbewerb im öffentlichen Raum. Es geht um ein Wandkunstwerk in der Pariser Metrostation Château Rouge, das für die nächsten 30 Jahre installiert werden soll.

Mit welchem anderen Künstler / welcher anderen Künstlerin würdest Du gerne einmal zusammenarbeiten?
Lara Almarcegui interessiert mich sehr. 2013 hat sie den spanischen Pavillon der Venedig Biennale bespielt und dort Berge aus Baumaterial aufgeschüttet. Sie arbeitet ortsspezifisch und kontextbezogen, wie ich übersetzt sie Räume in eine andere Form, um eine andere Perspektive zu vermitteln.

Interview: Beate Scheder Foto: Sabrina Acosta