Fünf Fragen an …
Alma Itzhaky (* 1984 in Tel Aviv) schloss ihr Studium der bildenden Kunst an der Faculty of Arts des Beit Berl College in Israel ab und erwarb 2018 ihren Ph.D. in Philosophie an der Tel Aviv University. Sie nutzt Malerei und Zeichnungsinstallationen, um räumliche Erinnerungen zu dokumentieren und das Verhältnis zwischen Körper und Ort zu untersuchen. Ihre Arbeiten wurden zuletzt in der Einzelausstellung Pupae in der Dvir Gallery in Tel Aviv (2024), im Rahmen des LABA Berlin Creative Fellowship bei CLB Berlin (2023) und auf der 8th Biennale for Drawing in Israel in Jerusalem (2022) gezeigt. Sie ist Preisträgerin des Rappaport Art Price for a Young Israeli Artist (2014) und nahm an mehreren internationalen Residenzprogrammen teil.
Was gefällt dir an der Arbeit mit Papier?
Ich mag an Papier, wie unmittelbar es ist und dass es alle Spuren speichert. Wenn man so arbeitet wie ich, lässt sich nichts mehr ausradieren. Außerdem gibt mir Papier viel Freiheit in Bezug auf den Maßstab und das Arbeiten im Raum. Ich benutze sehr große Formate, zeichne auf Papier von einer großen Rolle, das ich je nach Bedarf abrollen oder falten kann.
Was zeigen deine Zeichnungen?
Für jede Arbeit entstehen zahlreiche Skizzen und Studien, doch dann arbeite ich direkt im großen Format weiter – ohne Vorzeichnung. Es geht immer um meine Erfahrungen eines bestimmten Ortes. In meinen beiden großen Werkgruppen waren es die Stadtviertel, in denen ich gelebt und gearbeitet habe. Ich interessiere mich auch für die Geschichte und Politik eines Ortes. Mein Herkunftsland ist Israel-Palästina, wo die Frage nach dem Ort besonders präsent und politisch aufgeladen ist. Mich beschäftigt außerdem die Frage, wie zweidimensionale Bilder selbst als Orte erlebt werden.
Hast du eine Antwort gefunden?
Zumindest habe ich jetzt eine Vorstellung davon, wie ich die Zeichnung als Raum aktivieren möchte. Ich suche nach Bildern, die das Gefühl vermitteln, sich durch sie hindurchzubewegen. Bei meinen großen Rollbildern geschieht das, weil man an ihnen entlanggehen muss, um das Ganze zu sehen. Bei Collagen achte ich auf verschiedene Perspektiven und Blickwinkel.
Muss dein Publikum wissen, um welche Orte es geht?
Es macht einen großen Unterschied, wo ich meine Arbeit zeige. In meinem Herkunftsland erkennen die Leute die Orte meist intuitiv. Anderswo und wenn ein gewisses Maß an Abstraktion vorliegt, ist das nicht unbedingt der Fall. Dennoch sind mir die Hintergründe wichtig.
Warum machst du bei Goldrausch mit?
Das Netzwerk ist für mich sehr wertvoll. Je länger ich als Künstlerin arbeite, desto mehr wird mir bewusst, wie anders die beruflichen Wege von Künstlerinnen noch immer sind. Umso stärker sind auch Solidarität und gegenseitige Unterstützung in diesen Räumen.
Interview: Beate Scheder