Fünf Fragen an …
Joris Bas Backer, Jahrgang 1981, Comiczeichner
Joris Bas Backer ist 1981 in Den Haag geboren. Er studierte an der Gerrit Rietveld Academie, Amsterdam und der Rhode Island School of Design. Seit 2003 lebt und arbeitet er in Berlin. Er ist Gründungsmitglied von Chicks on Comics, einem transatlantischen Kollektiv von Comiczeichnerinnen in Europa und Südamerika. Gemeinsam mit seinem Freund zeichnet er den Webcomic Familienjuwelen.
Womit beschäftigst du dich in deiner künstlerischen Arbeit?
Als Comiczeichner beobachte ich viel und beschäftige mich mit Dingen, die mir in meinem Leben auffallen, Zwischenmenschliches, Gefühle. In letzter Zeit ging es oft um Geschlechterrollen und Identität. Es fängt immer damit an, dass ich etwas kommunizieren will, ein Gefühl zum Beispiel. Es ist wie ein Puzzle, wenn ich mir überlege, wie ich das vermitteln kann. Das Narrative ist dafür ein wunderbares Werkzeug.
Was möchtest du mit deiner Kunst bewirken?
Ich hoffe, Menschen berühren und bewegen zu können und sie mit neuen Themen bekannt zu machen. Oft ist das, was ich tue, auch ein
Experimentieren. Da geht es um den inneren Prozess, mich in meiner Arbeit weiterzuentwickeln und neue Wege zu entdecken.
Was inspiriert dich?
Meine Kollegen inspirieren mich sehr. Andere Comiczeichner machen tolle Arbeit und ich liebe es, zu sehen, wie sie arbeiten und mich mit ihnen auszutauschen. Ich höre auch gerne Podcasts von Comiczeichnern. Abgesehen von Comics fasziniert mich alles, was im weitesten Sinne mit Zeichnungen zu tun hat, weil es entweder mit Bleistift gemacht ist oder linear aufgebaut ist.
Wie arbeitest du?
Bevor ich zeichne, scripte ich am Rechner und mache Thumbnails von Seiten oder von Panels, die ich auf Seiten zusammensetze. Dann arbeite ich diese nach einer skizzierten Seite aus. Meist ist der Text vor den Bildern da. Er ist aber nicht fix, oft muss ich meine noch Dialoge verändern. Ich editiere viel, um den richtigen Erzählrhythmus zu finden.
Interview: Beate Scheder Zeichnung: Joris Bas Backer