Fünf Fragen an …
Lucie Biloshytskyy, Jahrgang 1986, Installations- und Videokünstlerin
Lucie Biloshytskyy ist 1986 in Berlin geboren und hat an den Kunsthochschulen in Toulouse und in Braunschweig bei Candice Breitz studiert. Von 2012 bis 2014 war sie Vorsitzende des Kunstverein Jahnstrasse e. V. Sie lebt und arbeitet in Berlin.
Womit beschäftigst Du Dich in Deiner künstlerischen Arbeit?
Ich interessiere mich sehr für das World Wide Web, wie es den Wert von Arbeit beeinflusst und wie es eine Erweiterung des öffentlichen Raumes darstellt. Für meine Arbeiten dient es mir außerdem als Materialkammer. Zum Beispiel in meiner LED-Animation Drowning Girl: Für diese habe ich um das gleichnamige Bild von Roy Lichtenstein wieder Stories gebaut, genauer gesagt einen Film. Ich habe im WWWW Comicbilder herausgesucht, die im gleichen Stil sind und so den Comic wieder zusammengesetzt, den Roy Lichtenstein mit seinem Bild separiert hat.
Was möchtest Du persönlich mit dem Goldrausch-Künstlerinnenprojekt erreichen?
Wachsen. Ich habe neulich über das Wort Erwachsenwerden nachgedacht und darüber, dass man immer weiter wächst. Das Schöne bei Goldrausch ist ja, dass man eine Gruppe hat, mit der man zusammenwächst, aber auch an den Aufgaben wächst.
Was macht heute eine gute Künstlerin aus?
Eine Zeit lang habe ich den Kunstverein Jahnstraße geleitet und hatte so das Glück schon einmal in der anderen Position zu sitzen, als Jury. Mich hat immer überzeugt, wenn jemand an etwas konsequent arbeitet, so dass ein Gefühl von Dringlichkeit rüberkommt.
Woran arbeitest Du aktuell?
Mithilfe von Google-Bildern versuche ich, eine meiner Reisen im Internet wiederzufinden. Ich war in Indonesien und habe selbst keine Fotos gemacht. In der Arbeit suche ich nach dem Eigenen in fremden Bildern, beschäftige mich mit der Bilderflut im Internet und der Frage nach der heutigen Funktion von Bildern.
Interview: Beate Scheder Foto: Johannes Ippen