Fünf Fragen an …
Alanna Lynch, Jahrgang 1978, Performancekünstlerin
Alanna Lynch ist 1978 in Vancouver geboren. Nach einem Bachelor in Psychologie und Biologie an der Queens University, Kingston, studierte sie am Montreal Centre for Contemporary Textiles und an der Concordia University in Montreal, wo sie ihren Bachelor in Fine Arts erwarb. Im Anschluss absolvierte sie einen Master in Bibliotheks- und Informationswesen an der McGill University. Von 2013 bis 2015 besuchte sie die Valand Academy in Göteborg und schloss dort ihren Master of Fine Arts ab. Seitdem lebt und arbeitet sie in Berlin.
Womit beschäftigst Du Dich in Deiner künstlerischen Arbeit?
Ich beschäftige mich mit der Ästhetik von Gefühlen der Angst und des Ekels und wie diese manipuliert werden können. Dabei nutze ich meine Erfahrungen in Biologie, Psychologie und im Aktivismus. Die Arbeit selbst ist oft Performance, aber ich arbeite auch mit Textilien und anderen Materialien. Kürzlich habe ich begonnen mit lebenden Organismen zu arbeiten, weil ich mich gerade sehr für die Angst vor Infektion interessiere, für das Gefühl der Bedrohung und die Ab- grenzung zwischen dem Selbst und dem Anderen.
Wie arbeitest Du?
Ich mache vieles gleichzeitig, das sich gegenseitig beeinflusst: Ich experimentiere mit Materialien, lese, recherchiere. Auch mit Leuten zu sprechen, zu trainieren und mich zu bewegen ist Teil meiner Arbeit.
Mit welchem anderen Künstler / welcher anderen Künstlerin würdest Du gerne einmal zusammenarbeiten?
Die einzige Person, die mir einfällt, lebt nicht mehr: Lygia Clark. Sie war eine brasilianische Künstlerin, die in den 60er und 70er Jahren mit partizipatorischen Projekten gearbeitet hat, in denen es um Sinneserfahrungen ging. Ihre Arbeit inspiriert mich sehr.
Interview: Beate Scheder Foto: Alanna Lynch